Nordamerika im September 2017

Sonntag, 10.09.2017

Entsprechend der Forderung der Fluggesellschaft bin ich 3 Stunden vor Abflug am Flughafen und kann tatsächlich schon einchecken (elektronisch), erhalte meine 3 Bordkarten und gebe dann meinen Koffer ab. Mit Rumlaufen, Schaufenster bummeln und chatten vergeht die Wartezeit. Der Flieger startet pünktlich um 12:15 – ich habe einen Fensterplatz und verfolge den Schatten des Flugzeugs am Boden über viele Kilometer, mit zunehmender Höhe wird er immer kleiner, es gibt einen Snack und Kaffee – und pünktlich um 13:35 landen wir in Amsterdam. Ich verbinde mein Handy mit dem WLAN-Netz und sage allen Bescheid, wo ich bin, dann … wieder warten – 3,5 Stunden diesmal – aber der Amsterdamer Flughafen ist echt groß und die Geschäfte interessant.Vielleicht kaufe ich mir auf dem Rückweg diese witzigen Softclogs mit holländischen Motiven.

Dann geht es weiter – wieder pünktlich um 17:05 Uhr Richtung Amerika, Ziel Salt Lake City. Diesmal sitze ich mittig aber wenigstens am Gang und der Platz neben mir ist frei. Es gibt wieder etwas zu essen und zu trinken, ich spiele ein bisschen „Who wants to be a Millionair“, schaue mir „LaLaLand“ und einige Serien an, und irgendwann sind die 9 eineinhalb Stunden dann vorbei. Eine Stunde vor Landung sehe ich auf dem Flugplan, dass wir gerade Billings und Roundup überfliegen. Warum landen wir nicht einfach?

Sonnenuntergang nahe Billings

Billings

Gefunden am Flughafen SLC

Der Flughafen in SLC ist eher klein und um die Wartezeit rumzukriegen, muss ich einige Wege mehrfach gehen. Die Müdigkeit wird immer stärker. Ich hole mir ein paar Dollars aus einem ATM um Kaffee kaufen zu können. Helfen tut es nicht mehr. Ich sinke auf einen Stuhl nahe dem Gate F9 für den Flug nach Billings. Gateöffnung, ein kleines Flugzeug, ich bin schon halb im Tran, noch einmal anderthalb Stunden im Flugzeug. Schlafen geht nicht, es ist zu laut. Wieder ein Getränk und einen Snack, dann sind wir in Billings. Raus aus dem Flieger, Koffer kommt zügig und am Ausgang stehen Gabi und Elli. Ich bin zu müde für Freude und irgendwas, einfach nicht mehr aufnahmefähig – jetzt noch 1 Stunde mit dem Auto. Dann endlich ist es geschafft. Das Haus ist einfach toll. Jeder hat ein eigenes Schlafzimmer, welches ich nach einem kurzen Abstecher ins Bad auch ausgiebig nutzen werde. Es ist gegen 4 Uhr morgens.

Montag, 11.09.2017

Für heute ist nichts besonderes geplant. Gegen 11 Uhr werde ich wach und mein zweiter Weg führt mich nach draußen. Warme trockene Luft empfängt mich. Die Sonne brennt. Wieder im Haus – es ist wirklich toll – gönne ich mir eine Banane. Kurze Zeit später taucht Gabi auf, dann auch Elli. Zum Frühstück gibt es Pancakes mit allem, war in einem amerikanischen Haushalt zu finden ist. Es ist nämlich so: Das Haus in dem wir wohnen, wird normalerweise von unserer Vermieter-Familie bewohnt. Da das eigentliche Ferienhaus anderweitig vergeben ist, mussten sie uns ihr Haus zur Verfügung stellen. Die Familie selbst ist für die Zeit auf ihre Ranch gezogen.

Nach dem Frühstück richte ich mich entsprechend ein, packe den Koffer aus, sortiere von links nach rechts und umgekehrt. Die Schränke sind nicht leer aber ich kriege mein Zeug noch untergebracht.

Es geht auf 3 Uhr zu als wir uns zum Einkaufen aufmachen. Jetzt kann ich die Umgebung bei Tageslicht bewundern; beige und braun sind die vorherrschenden Farben mit hier und da ein paar Bäumen. Alles ist ganz furchtbar trocken und sehr sehr ruhig.

In Billings besuchen wir verschiedene Läden um uns mit allem nötigen zu versorgen, gönnen uns zwischendurch einen Burrito und Eis bevor es im Dunkeln wieder nach Hause geht. Zum Abendbrot machen wir uns einen leckeren Gemüseauflauf  mit Fleischbällchen bevor wir den restlichen Abend mit Schreiben, Musik hören und Reden gemütlich ausklingen lassen.

Alle Flaggen waren heute auf halbmast.

Dienstag, 12.09.2017

Heute ist lazy day. Wir schlafen lange, machen gemütlich und ausgiebig Frühstück. Die Sonne brennt wieder heiß. Gabi bringt den Fernseher in ihrem Zimmer in Gang, Elli spielt am Tablet, ich schreibe und setze mich auch zum Lesen eine Weile auf die Terasse.

Am späten Nachmittag machen wir uns auf um eine wenig die nähere Umgebung zu erkunden. Wir wollen versuchen Huckleberries zu finden. Jetzt sticht die Sonne nicht mehr so. Es ist leicht diesig was zu einem warmen orange-roten Licht führt. Wir sehen Rehe mit großen Ohren. Gabi sammelt Salbei und gibt sogar einem vorbeikommenden Fahrer etwas ab, der ganz überrascht ist zu sehen wie eine Salbeipflanze aussieht. Huckleberries finden wir leider nicht. Wir lassen den Abend gemütlich auf der Terasse mit Wortspielen ausklingen.

 

Mittwoch, 13.09.2017

Heute klingelt der Wecker schon um 7:00 Uhr. Es ist wesentlich kühler als die letzten 2 Tage. Wir machen Frühstück, packen Taschen und Auto. Pünktlich um 10:00 Uhr verlassen wir unser Haus. Auf nach Kanada! Vor uns liegen 642 km. Die erste Hälfte übernehme ich. Zum Abschied grüßt uns wieder das bikende Gerippe mit Hund (auch nur Knochen) von einen Hausdach in Roundup.

Die Straße führt überwiegend einfach immer geradeaus über Hügel und durch Täler. Hab ich schon erwähnt, dass wir uns immer auf einer Höhe von 1.000 bis 1500 Meter befunden? Auch unser Haus in Roundup liegt auf einer Höhe von über 900 Metern. Die Besiedelung ist spärlich. Bis wir bei Great Falls unter schönstem Sonnenschein eine Picknick-Pause mit unseren selbstgebackenen Muffins machen und Elli das Fahren übernimmt, passieren wir nur eine größere Stadt – Lewistown. Die Landschaft ist landwirtschaftlich geprägt. Manchmal riecht man das auch. Vereinzelt sieht man Farmhäuser. Hier und da grasen Kühe und Pferde. Einmal sehen wir sogar Schafe, oft Rehe, Hasen und Füchse. Das Gras ist braun-beige, grün ist eher rar. Der Himmel hat sich inzwischen immer mehr zugezogen, und es fängt an zu regnen.

An der kanadischen Grenze zeigen wir unsere Pässe einem älteren Beamten, der uns ein paar Fragen stellt: Essen dabei? Alkohol an Bord? Woher und wohin? Wie lange in Kanada usw. Nach wenigen Minuten ist es geschafft und wir sind in Kanada. Weiter geht es die schnurgerade Straße Richtung Norden. Geschwindigkeitsangaben sind jetzt in kmh. Zuerst ist das ganz schön irritierend. Ein paar kleinere Ortschaften liegen am Wegesrand, gut zu erkennen am Wasserturm. Gegen 18:00 Uhr erreichen wir Lethbridge, unser Heim für die nächsten Tage. Wir finden das Haus auf Anhieb obwohl das Navi kein Englisch spricht. Wir treffen auf Sarah, unsere Vermieterin. Kaum im Wohnzimmer, noch in Jacke aber ohne Schuhe (Sarah bittet uns sie auszuziehen), erfahren wir, der Waterton Lake Nationalpark ist heute einschließlich Visitor-Centre abgebrannt. Oh Scheiße,da wollten wir morgen eigentlich hin.

Wir fahren noch ein wenig im Ort herum – ich kaufe mir wie geplant eine Winterjacke – dann ist der Tag auch schon vorbei, und es ist Zeit schlafen zu gehen.

Donnerstag, 14.09.2017

Aufstehen, frühstücken (auch dieses Haus ist gut ausgestattet, nur die Lebensmittel haben wir mitgebracht) und fertigmachen. Um 10:15 Uhr machen wir uns auf den Weg Richtung Glacier Nationalpark. Es sind ca. 100 km bis zur Grenze. Ich fahre und muss wieder erinnert werden, Speed limit in kmh nicht in mph. Wir haben getankt. Hier kauft man Benzin in Litern nicht in Gallonen. Der Grenzübergang ist leer wie am Vortag. Pässe vorzeigen, ein paar Fragen beantworten und schon sind wir wieder in den Vereinigten Staaten. Nach nochmal ca. 30 km verlassen wir den Highway (89?, Eingang Many Glacier). Die Landschaft verändert sich abrupt. Der Nationalpark ist noch gar nicht erreicht, als wir das erste Mal anhalten. Gabi hatte nahe einem Wildwasserfluss einen Bären gesehen, leider nur Gabi. Aber der Fluss ist auch ohne Bär beeindruckend, wie er so gurgelnd und schäumend über die Steine plätschert. Es regnet und wird auch den ganzen Tag nicht wirklich aufhören; und es ist kalt. Gabi hält ihre Füße in das eisige Wasser. Wir sammeln Steine, die hier in allen möglichen Farbschattierungen am Ufer rumliegen.

Weiter hoch die Straße ist dann doch noch ein Parkeingang und wir müssen unsere Karte vorzeigen. Vor uns liegen hohe Berge, deren Spitzen in Nebel gehüllt sind. Den Schnee (Gletscher) kann man aber trotzdem sehen. Wir fahren an einem See entlang. Es gibt eine Staumauer, aber im See ist so wenig Wasser, dass man sie gar nicht als solche wahrnimmt. Die Straße führt hinauf, der See liegt jetzt weit unten. An einem Wasserfall halten wir. Viele Landschaftsmaler (Home schooling class?) haben sich hier versammelt. Verständlich, das Tal mit dem See, die Bäume dort und rundum die Berge, das sieht wirklich malerisch aus. Wir entscheiden uns für eine kurze Wanderung, sehen plötzlich Hausdächer und stehen wieder an einem See. Das Wasser ist glasklar und eisig. Meine zwei Begleiterinnen tummeln sich ein wenig am Strand während ich für ein dringendes Bedürfnis das am See liegende Hotel aufsuche. Es hat Flair, ist im Westernstil gehalten und ganz aus Holz.

Am See führt ein Naturpfad entlang. Dort wachsen Tannenbäumchen, verschiedene Beerensorten (der Strauch Huckleberries ist leider leer. Später im Visitor Centre erfahren wir warum. Ein Bär braucht als Nahrung für einen Tag ca. 100.000 Stück davon).

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Da schon nach Mittag ist, fahren wir zum Highway zurück um dann nach nochmal 20 km südlich den nächsten Parkeingang zu nehmen. Die Visitor Centres haben leider immer nur bis 17:00 Uhr geöffnet. Auch hier sind wir wieder überrascht wie plötzlich sich die Landschaft verändert sobald man den Highway Richtung Nationalpark verlässt.

Wieder ein Eingang, Karte vorzeigen und ca. eine Stunde vor Schließung sind wir am Visitor Centre. Hier wird ein Film über den Park gezeigt. Wir erfahren viel Wissenswertes über die Entstehung des Parks, die Tiere und die Landschaft. Nach kurzem Herumstöbern im Shop, ich kaufe eine Postkarte mit einem jungen Bären darauf, werden wir höflich gebeten zu gehen. Weiter oben im Park, die Straße ist gesäumt von hohen schneebedeckten Bergen im Nebel, halten wir an verschiedenen Stellen um die Landschaft auf uns wirken zu lassen. Eigentlich wollten wir bis zum Logan Pass hinauf aber es ist schon spät und die verbrannten Bäume werden immer mehr. Hier muss vor zwei oder drei Jahren ein ziemlich großes Feuer gewütet haben. Bei dem aktuellen Regen und der Kälte kaum vorstellbar. Wir halten ein letztes Mal. Ein Hinweisschild kündigt mehrere Wasserfälle an, die nach kurzer Wanderung (ein Wegweiser sagt: 0.8 mi bzw. 0.5 km ;)) erreichbar sein sollen. Nach 20 min Fußmarsch geben wir auf, aus Angst, nicht bei Tageslicht zurück am Auto zu sein. Am Parkausgang treffen wir noch auf 3 Rehe am Straßenrand von denen eines sich durch uns in keinster Weise stören lässt und obwohl wir anhalten, ganz gemütlich weiter grast.

 

Es dämmert bereits als wir uns auf den 150 km langen  Weg zurück in unsere Unterkunft in Lethbridge machen. Die Grenze ist schnell erreicht und passiert. Zu Hause gibt es ein einfaches Abendessen aus belegten Brötchen/ Bagels. Wir müssen etwas sparen um noch Verpflegung für den nächsten Tag unterwegs zu haben. Noch kurz nachdenken und den vergangenen wie zukünftigen Tag besprechen und ab geht’s in unseren Betten. Gabi will unbedingt wieder auf der Couch schlafen obwohl ich mehrfach das zweite Queensizebett anbiete.

Freitag, 15.09.2017

Früh raus, Proviant fertig machen und die Reste verzehren. Ein bisschen kommt sogar die Sonne raus heute morgen. Nach dem Besuch der Tourist Information in Lethbridge, wir kaufen noch ein paar Andenken (wir haben keine kanadischen Dollar, aber mit Kreditkarte kein Problem) und mit einigen geschenkten Ahornsirupbonbons, einem Abstecher zur Post (ich kaufe Briefmarken und lasse die am Vorabend geschriebene Postkarte gleich dort), geht es heimwärts. Den ersten Abschnitt übernehme wieder ich. An der Grenze entern wir noch den Duty Free Shop. Es gibt viele schöne Sachen für viele schöne Dollars.

nicht gekauft 🙂

An der Ausfahrt sehen wir uns plötzlich einer langen Warteschlange gegenüber. Offenbar überqueren an einem Freitag Abend viele die Grenze. Es kostet uns diesmal eine dreiviertel Stunde um rüber zu kommen. Erst ist nur ein Schalter, dann wenigstens 2 geöffnet. Wir sind in den USA, die Geschwindigkeitsbegrenzung wird in mph angegeben. Kein Umrechnen mehr, puh. In Great Falls machen wir halt. Wir müssen uns mit Lebensmitteln für das Wochenende eindecken. Erste Station ist allerdings ein Ross in welchem Elli und Gabi innerhalb weniger Minuten ihre Jacken gefunden haben. Ich kaufe ein langärmeliges Shirt mit Kapuze (hab nicht genug bei, weil ich mit wärmeren Temperaturen gerechnet habe). Ein Stop bei TacoBell muss sein. Unser Proviant war etwas dürftig. Es gibt für jeden 3 Burritos für je einen Dollar. Dann zu Walmart. Ein riesiger Laden, in dem es alles gibt. Für gute Preise muss man allerdings ganz schön suchen doch wir kriegen bis auf unsere geliebten Brötchen alles zusammen, einschließlich Schuhe, Strümpfe und Shirts ;).

Noch einmal ca. 300 km. Es ist jetzt stockdunkel. Elli fährt. Es regnet und ist saukalt. Zum ersten Mal springt die Eiswarnung im Auto an. Es sind 37°F. In den Regen mischen sich jetzt auch Schneeflocken. Kilometer um Kilometer reißen wir runter, passieren wieder Lewistown. Bei Nacht sieht es ganz anders aus aber immer noch typisch amerikanisch. Dann endlich ist es geschafft. Wir sind in Roundup, biegen in die 2nd street und vor uns überqueren ein paar große Hirsche (?) die Straße und verschwinden durch ein offenes Gartentor (!!!).

Nur noch ein Stück, der asphaltierte Teil der Straße endet, es geht scharf nach links hinauf. Im Scheinwerferlicht sehen wir schon das Haus, freuen uns auf die warme Bude. Wir stellen das Auto auf den üblichen Platz, ich öffne die Beifahrertür, steige aus … und versinke bestimmt 3 cm im Schlamm. „Du musst hier sofort wieder weg, so schnell wie möglich!“ sage ich zu Elli. Sie hatte schon gemerkt, das der Boden rutschig ist und matschig. Vorsichtig setzen wir das Auto zurück. Bloß nicht stecken bleiben! Wie konnte sich das so ändern? Als wir vor 3 Tagen weg fuhren, war der Boden hier hart wie Beton. Wir finden eine festere Stelle in der Auffahrt, müssen nun allerdings alles aus dem Auto durch den Schlamm zum Haus schaffen. Keine leichte Aufgabe, da die Schuhe mit jedem Schritt schwerer werden. Der Boden ist nicht nur schlammig sondern auch klebrig.

Wir schmeißen die Heizung im Haus an. Es wird schnell warm trotz der Größe des Hauses. Abendessen, eine schöne warme Dusche und die Welt ist wieder in Ordnung. Gegen 2 Uhr nachts fallen wir müde in unsere Betten.

Samstag, 16.09.2017

Kein Verkehr auf der Straße vorm Haus, und auch das Telefon klingelt am Wochenende nicht. Wie wohnen ja in einem Privathaushalt und so klingelt es sonst ziemlich häufig. Wir gehen aber nie ran. Nach langem erholsamen Schlaf krabbeln wir aus unseren Betten und kommen am Frühstückstisch zusammen. Heute gibt es Toast.

Jetzt ist es hell und wir können die tiefen Radspuren im Schlamm vorm Haus bewundern. Noch immer fällt leichter Regen – keine Chance diese Spuren zu beseitigen. Die Newmans werden nicht begeistert sein. Später erfahren wir, dass es schon solange keinen Regen mehr gab das sie einfach vergessen haben uns zu warnen. Unsere Schuhe sind über und über mit dem klebrigen Zeug bedeckt, der ganz langsam trocknet.

Wir haben heute eh nichts vor, also bleiben wir im Haus. Es ist Wäsche zu machen (auch ein Trockner ist vorhanden) und aufzuräumen. Einen großen Teil des Tages verbringen wir mit der Planung unseres Ausflugs zum Yellowstone Nationalpark. Gabi und Elli bitten Linda ein paar Bestellungen auszulösen. JellyBelly z. B. akzeptiert nur in den USA autorisierte Kreditkarten. Dafür braucht aber ein Konto hier, wofür man aber Bürger der USA sein muss. Ganz schön blöd.

Zum Abendbrot gibt es wieder leckeren Gemüseauflauf mit Fleischbällchen und Eiscreme (Blaubeeren und Cookies). Den Rest des Tages spielen wir Tantrix (Schnörkel). Es dauert eine Weile bis ich die Regeln verstehe. Ich gewinne trotzdem die erste Runde (Anfängerglück).

Sonntag, 17.09.2017

Wieder ein lazy day, ich stehe trotzdem schon um 8 Uhr auf. Im Haus ist ganz ruhig und so entschließe ich mich zu schreiben – bis geben 10:30 Uhr – dann bekomme ich doch Hunger und mache mir einen Toast und Kaffee. Eine Stunde später tauchen die anderen zwei auf und es gibt Pancakes mit vielen leckeren Saucen zum Frühstück, große Pancakes diesmal.

Die Sonne scheint warm. Wir hatten Linda per eMail um Zugang zu Putzmitteln gebeten, welchen sie uns auch gewährt (der Schlüssel lag einfach oben auf dem Küchenschrank). Also können wir die Spuren unserer Schlammschlacht beseitigen bis auf die in der Einfahrt. Im Raum mit den Putzmitteln finden wir auch eine Art Bunker und massenhaft Konserven.

Es wird gepackt, geschrieben, rechechiert und wir backen Muffins  für die nächsten 3 Tage. Zum Abend gibt es Reis, Gemüse und Fleischbällchen. Wir gehen dann bald schlafen. Der folgende Tag beginnt früh und wird lang sein.

Montag, 18.09.2017

Um 7:00 Uhr klingelt der Wecker, wir machen schnell Frühstück und Sandwiches für unterwegs. Start ist pünklich 🙂 um 9:15 Uhr. Noch in Roundup füllen wir den Tank, dann geht’s ab Richtung Westen, später Süden. In Big Timber liegt am Straßenrand ein Laden mit allem möglichen Krimskrams aus zweiter Hand sowie interessanten Kunstfiguren vor der Tür. Es wird wertvolle Zeit kosten aber wir halten trotzdem. Es gibt hier Dinge aus aller Welt, manche selbst gemacht, manche scheinen von der Straße aufgesammelt zu sein, wie z. B. eine leere Bierflasche „KönigsPilsner“ aus Deutschland. Kleinkram zum Dekorieren aber auch Schneeschuhe und warme Mützen und indianische Kunst sind hier zu finden.

Nach ca. einer Stunde fahren wir weiter zum Nordeingang des Yellowstone Nationalpark. Schon lange vorher sehen wir die schneebedeckten Gipfel der Berge in der Ferne hoch aufragen obwohl wir uns schon auf einer Höhe von ca. 2.000 Meter befinden. Die Landschaft ist karg, bedeckt von beige-braunen Grasland manchmal unterbrochen von feuchteren und daher baumreicheren Abschnitten. hin und wieder fließt links oder rechts von uns der Yellowstone River.

Am Nordeingang des Nationalparks angekommen, erfahren wir das die Straße zwischen Mammoth Hot Spring und Norris wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Nicht so tragisch, nehmen wir halt die Ostroute, aber erstmal müssen wir die Badestelle finden, wo der Boiling River in den Gardiner River mündet. Auf der Straße laufen Hirsche zwischen den Autos herum, man muss vorsichtig fahren. Ein kurzer Stop noch an an einer Felswand, wo warmes mineralhaltiges Wasser herabrinnt und Ablagerungen in verschiedenen Farben hinterläßt dann weiter.

Lt. Navi sind wir an der Badestelle bereits vorbei, also umkehren. Plötzlich sieht Gabi rechterhand viele seltsam gekleidete Leute. Das muss es sein und richtig; wir fahren von der Straße ab. Auf dem Parkplatz steht was von Boiling River und Benutzung nur zwischen 6 und 21 Uhr. Die Lufttemperatur beträgt so um die 60° F, also nicht sehr warm. Wir schnappen unsere Badesachen. Das Wasser soll ja warm sein. Uns kommen lächende Menschen entgegen mit Handtuch um den Bauch und dicker Jacke. Sie wünschen uns viel Spaß. Der uns begleitende Fluss (Gardiner River) ist kalt doch nach ca. 5 Minuten Fußmarsch sehen wir schon die Rauchschwaden aufsteigen und nach weiteren 5 Minuten sich im Wasser tummelde Menschen. Schnell ziehen wir uns um. Es ist kein Strand sondern halt nur ein steiniger Weg mit Geländer an dem man die Sachen aufhängen kann. Gabi hat Badeschuhe mitgenommen – wie weise. Elli und ich müssen barfuß laufen. An der Einstiegsstelle ist das Wasser kalt, die Strömung ziemlich stark und wir müssen über große, spitze Steine durch knietiefes Wasser balancieren. Ich habe Zweifel. Kommt man allerdings direkt zum Zufluss des Boiling River, wird das Wasser immer wärmer. Der Fluss hat seinen Namen verdient. Direkt im Boiling River kann man nicht baden. Es wäre zu heiß. Hier allerdings kühlt das Wasser des Gardiner River und es ist badewannenwarm, absolut traumhaft. Manchmal kommt ein Schwall kaltes Wasser vorbei (hin und wieder auch ein paar Tropfen von oben), dann wieder ist es fast zu heiß. Wir wollen gar nicht wieder raus.

Nach einer halben Stunde oder so raffen wir uns dann doch auf und klettern über die Steine zurück ans Ufer. Schön durchgewärmt kommt einem die Luft nicht mehr so kalt vor. Ab und zu guckt sogar die Sonne raus. Wir trocknen uns trotzdem schnell ab, wickeln uns ein Handtuch um und ziehen unseren Jacken über. Das Klohäuschen auf dem Weg zum Auto ist jetzt frei und wir ziehen uns wieder um. Uns entgegenkommende Badewillige lächeln wir an und wünschen wir Spaß.

Weiter geht’s zur Mitte des NP, immer weiter hinauf, vorbei an wilden Tieren wie Büffeln, Hirschen und einem Schwarzbären (aufmerksam geworden durch am Straßenrand parkende Autos). Es wird kälter und kälter bis wir in einer Höhe von 2.700 Metern eine Schneeballschlacht machen. Es regnet und schneit gleichzeitig, die Temperatur fällt auf 37° F und langsam schwindet das Tageslicht. Hin und wieder treiben nach faulen Eiern stinkende Nebelschwaden über die Straße. Sehen können wir nichts mehr. Es ist jetzt stockdunkel.

Nach ca. 100 km über gewundene, dunkle und nasse Straßen erreichen wir den Parkausgang. Jetzt geht die Straße mehr gerade aus, Noch 75 km bis Cody.

Es ist weit nach 22:00 Uhr als wir an unserer Unterkunft, einer Hütte im Buffalo Village Cabins ankommen. Das Finden hat sich etwas schwierig gestaltet, da kein Schild auf die Anlage hinweist. Einchecken müssen wir im Nachbarhotel. Das geht aber schnell. Das Auto können wir direkt neben unserer Hütte Nr. 348 abstellen. Wir bringen unsere Sachen hinein. Die Hütte hat zwei Räume, das eine mit einem Kingsize-Bett das andere mit zwei. Dazwischen liegt das Bad. Das ist etwas unpraktisch; für zwei Nächte wird es gehen. Wir sind müde, noch schnell die Reste unseres Proviants verzehren, dann fallen wir in unsere Betten und in tiefen Schlaf.

Dienstag, 19.09.2017

Wir lassen uns um 7:00 Uhr wecken. Der Tag ist mit viel Interessantem geplant. Da wir aus Roundup den Toaster mit genommen haben, gibt es warme Bagels mit Wurst und Käse, dazu Kaffee. Dann los Richtung Yellowstone Nationpark. Kurz hinter Cody müssen wir an einer Baustelle länger warten. Hier sind kürzlich Felsbrocken abgestürzt, die nun beseitigt werden müssen. Durch die zwei Tunnel werden wir von einem Pilot Car (Follow me) geleitet. Der Osteingang liegt 52 Meilen entfernt. Die Sonne scheint und die Temperatur schraubt sich auf warme 64°F. Wir freuen uns, die Vorhersage hatte anders geklungen. Doch wir haben noch nicht die Hälfte geschafft, als es sich zuzieht, die Temperatur fällt, es fängt an zu regnen, was später in Schnee übergeht. Dicke weiße Flocken fallen vom Himmel. Die Bergspitzen sind von dickem Nebel umhüllt. Doch wir habe keine Bange, gestern war das Wetter unangenehmer. Am Osteingang zum Park steht eine kurze Schlange. Es sollte nicht lange dauern, aber warum kehren denn alle um? Dann sehen wir es: „Road closed“. Nein, das darf nicht sein! Die seltsamerweise bei dieser Kälte draußen stehenden Ranger klären uns auf. Im Park herrscht Eis und Schnee. Es sind schon Autos abgerutscht. Niemand darf das Tor passieren. Grmpf, Sch…, Mist verdammter!

Wir fahren zurück nach Cody, müssen unsere Pläne ändern. Legen die geplanten Aktivitäten für morgen auf heute in der Hoffnung, dass morgen die Straßen im Park in besserem Zustand sind.

In Cody gibt es ein Buffalo Bill Center of the West. Das wollten wir uns sowieso ansehen. Aber erst machen wir noch einen Abstecher zum Visitor Center schräg gegenüber. Als Trost für die enttäuschten Touristen liegen Erdnussriegel (neue Sorte) bereit. Die schmecken lecker und eignen sich vorzüglich als Proviant für unterwegs. Wir nehmen jeder zwei bevor wir hinüber zum Museum fahren.

Das Center kostet 18 $ Eintritt pro Nase für uns aber das ist es auch wert. Wir besuchen die Ausstellung über den wilden Westen aus Sicht Buffalo Bills. Es gibt viele präparierte Tiere in ihrem Umfeld (natürlich auch nachgemacht), man kann Stempel sammeln, kann Filme schauen und erfährt viel Wissenswertes. Irgendwann am späten Nachmittag kommt die Durchsage, dass der Osteingang zum NP wieder geöffnet ist aber zum Hinfahren ist es zu spät aber es macht Hoffnung für den nächsten Tag. Im Center sind Museen (Ausstellungen) zu 4 weiteren Themen, die wir aber nicht mehr schaffen. Als wir aus dem Museum kommen ist noch etwas Zeit und ein Besuch der Old Trail Town wäre schön. Es handelt sich hier um das ursprüngliche noch erhaltene Cody. Der Eintritt kostet 9 $. Es ist nur noch eineinhalb Stunden geöffnet und so machen wir nur ein paar Fotos von außerhalb des Tors. Noch ein kurzer Besuch des Souvenier-Shops für ein paar Postkarten, dann machen wir uns auf zu Walmart. Morgen ist ja nun der Besuch des Yellowstone NP geplant also müssen wir heute einkaufen.

Mit vollen Taschen und leerem Geldbeutel sowie bei Subway gut gefülltem Magen geht es zurück in unsere Hütte. Proviant vorbereiten, Duschen und ab in die Koje. Der Wecker wird morgen früh schon um 6 Uhr klingeln.

Mittwoch, 20.09.2017

Die Wärme im Raum weckt mich gegen 3 Uhr und ich kann nicht wieder einschlafen. Also schnappe ich mir eine Banane und gehe ein bisschen nach draußen. Die Luft ist frisch und klar. Ich wandere ein wenig durch die Anlage, finde sogar den beheizbaren Pool (der jetzt natürlich geschlossen ist), rauche eine und will zurück ins Bett. Doch jetzt wurden die Rasensprenger angestellt, sie machen die Treppe an unserer Hütte ganz nass und so natürlich auch mich.

Ich schlafe tatsächlich wieder ein. Um 6 Uhr bimmelt das Telefon. Wir stehen auf, machen uns fertig. Der Platz in der Hütte ist zwar sehr begrenzt doch das Frühstück trotzdem lecker. Um kurz nach 9 Uhr verlassen wir die Hütte, checken aus und machen uns auf den Weg zum Visitor Center. Hier erfahren wir, das fast alle Straßen im NP wieder gesperrt sind. Es hat in der Nacht schwere Schneefälle im Park gegeben (in Cody ist schönster Sonnenschein). Nur Süd- und Westeingang sind offen, aber das können wir an einem Tag unmöglich schaffen. Der Nord- und Nordosteingang sind immer offen aber die Straßen ins Zentrum des Parks sind gesperrt, so dass es keinen Sinn macht, dorthin zu fahren. Wir sind unbeschreiblich traurig, war es doch Sinn und Zweck dieser Reise den Yellowstone Nationalpark zu sehen. Es ist noch sehr früh, wir gehen wieder ins Buffalo Bill Center of the West (das Eintritts-Ticket gilt eh für zwei Tage) nachdem wir uns ein paar der bereitstehenden Erdnussriegel als Trost eingepackt haben. Wir wollen es heute nachmittag noch mal versuchen. Das Wetter ist so schön jetzt in Cody. Es wäre ja nicht tragisch wenn wir erst mitten in der Nacht wieder am Haus in Roundup ankommen.

Heute ist es die Ausstellung über die Plains Indianer des mittleren Westen, die wir uns anschauen. Wirklich schön gemacht und mit Sicherheit einen Besuch wert (im Außenbereich sehen wir sogar einen Weißkopfseeadler) aber eben nicht zu vergleichen mit der Wildheit und den Besonderheiten des Parks. Gegen halb 2 verlassen wir das Center wieder. Am Visitor Center erfahren wir, es hat sich nichts verändert. Wir haben keine Chance, dieses Mal den Park zu besuchen. Möge ich die Kraft haben, die Dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann, … Wir nehmen noch ein paar Trostriegel und machen uns auf den Heimweg. Da es noch relativ früh ist, entscheiden wir, beim Chief Plenty Coups State Park ranzufahren – eigentlich für Freitag geplant – doch wir verpassen die Ausfahrt. Billings ist fast erreicht. Ein Laden mit besonderem Flair (CrackerBarrel) verleitet zum Geldausgeben, genauso wie ein Godwill-Laden und DollarTree. Aber dann geht es nach Hause. Seltsamerweise brennt am Hintereingang Licht. Wir fürchten schon, wir hätten es angelassen die 3 Tage, doch in Haus finden wir eine Notiz von Linda, das die Newmans am Dienstag da waren. Zum Abendessen gibt es den letzten Proviant. Als wir alles auspacken, stellen wir fest, wir haben 27 Erdnussriegel zusammen gesammelt … Wir brauchten ganz viel Trost.

Donnerstag, 21.09.2017

Ich stehe wieder gegen 8:00 Uhr auf. Ich muss schreibtechnisch einiges nachholen. Es geht ganz gut voran. So um 11:00 Uhr tauchen auch die anderen 2 langsam auf. Es ist der Hunger, nehme ich an. Heute können wir gemütlich am Frühstückstisch in unserem Haus in Roundup setzen. Es gibt aufgebackene Brötchen. Die hatten wir bei Walmart gefunden; 24 Stück für etwas mehr als 2 $.

Mit Wäsche waschen, Spielen und Schreiben (Linda hat sich gemeldet) verbringen wir den Tag. Am Abend fängt es stark an zu regnen. Das Rauschen draußen macht fast Angst. Wollen wir doch morgen einen für mich letzten Ausflug machen.

Zum Abendbrot gibt es Nudeln mit leckerer Tomatensauce. Noch ein bisschen Spielen (Tantrix, Scrabble), dann gehen wir schlafen.

Freitag, 22.09.2017

Um 8 Uhr klingelt das Handy und ich verlasse mein schönes warmes Bett (1,40 m breit und fast ebenso hoch) und schaue nach dem Wetter. Es regnet und regnet. Die Temperatur liegt bei 4°C. Unser Ausflug wird wohl buchstäblich ins Wasser fallen.

Rund ums Haus tummeln sich Tiere. Erst sehe ich Rehe, dann eine Horde Truthähne, ich zähle 12, und beim Auto sitzt ein Hase.

Ich gehe Gabi wecken, für den Fall, dass wir doch noch los wollen. Sie will heute wieder Panecakes machen.

Dann, mal sehen, …

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